Der Autor des Buches “Geschichte des Kaštela-Tourismus” schlägt eine Aktion vor, mit welcher die Besucherzahl in den Kaštela steigen würde. In diesem Jahr feiern die Kaštelaner 100jähriges Jubiläum. Damals wurde von dem tschechischen Doktor Henrik Soulavyja die ersten Pension in Kaštel Lukšić eröffnet. Gerade aus diesem Grund hat sich Neven Bućan in seinem Buch “Geschichte des Kaštela-Tourismus” für eine Feierlichkeit ausgesprochen und bereits ein Programm dafür aufgestellt. Dieses wird in diesem Jahr, vor allem wegen fehlender Gelder, nicht stattfinden.
Bućan stellt sich dabei vor, dass die Feierlichkeiten gemeinsam durch die Regierung und das touristische Ministerium der beiden Länder Tschechien und Kroatien durchgeführt werden. Dabei soll eine Brüderschaft der Städte Kaštela und Susice, dem Geburtsort des Dr. Soulvyja in der Tschechei, die Nähe symbolisieren. Neben dem unterhaltsamen Programm mit viel Musik, Tanz und touristischem Humor würde auch eine symbolische Hochzeit der legendären Liebenden Miljenko und Dobrila (aus dem Jahr 1687) nachgespielt werden. Auf die Frage hin, ob denn die Kaštela neben dieser Legende auch touristisch wieder so romantisch werden könnten wie sie einst waren antwortet Bućan:
“Ich vermute nein, denn schon am vagen Anfang meiner Organisation dieser symbolischen Hochzeit, stoße ich auf Unverständnis der Stadtverwaltung. Meinen Vorschlag wird auch die Touristische Vereinigung wohl ablehnen, nicht weil dieser schlecht ist, sondern wegen des alles rechtfertigenden Geldmangels. Doch die Kaštela waren auf “kulturelle Weise” oft in finanziellem Mangel. Ich erinnere mich an 1963, als ich mit der Gemeinschaft der Kulturliebhaber das “Kaštela Amateur Theater” gründete und dieses aufgrund von fehlendem Geld nur von kurzer Lebensdauer war.”
“Auch mein Vorschlag aus dem Jahr 2004, dieses Amateurtheater wieder zum Leben zu erwecken, wurde abgelehnt. Es hätte das Kaštela-Image wieder etwas aufgewertet und durch Dramen, Scenarien und Manifeste alter Kaštelatexte zum authentischen Markenzeichen werden können.”
Bućan ist der Meinung, dass der “Tag der Kaštela” nicht am 4. März, im kalten Monat außerhalb der Saison, gefeiert werden sollte, sondern vielmehr am 16. August, als der Adelige, Heerführer, Schriftsteller und Humanist Koriolan Cipiko 1476 die ersten Grundsteine seines Kaštela (dem heutigen Kaštel Stari) legte.
Die Strände der Kaštela würden einst die sieben Perlen der Adria genannt, welche sie heute mit ein wenig Fleiß und Engagement wieder werden könnten. Den Glanz des einstigen Tourismus und Besuches wiederzuerlangen wird nur möglich sein, wenn die vorhandene Kultur und Geschichte dieser Region wieder aufblüht. Noch heute sind zahlreiche Kastelle, Burgen und Hinterlassenschaften der größte erhaltene Kaštelaner Reichtum.