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Porta Croatia Reiseführer für Dalmatien

Die Seen von Plitvice

Proscansko jezero

Hier beginnt die Kette: oberhalb treffen sich zwei Flüsse, der Schwarze und der Weiße, und was sie mitbringen, sammelt sich auf 636 Metern in diesem Becken — dem höchsten der sechzehn und mit 37 Metern einem der tiefsten. Die Zäune aus Ästen und Gräsern, die dem See den Namen gaben, standen am Ufer, um die Äcker dahinter vor dem Hochwasser zu schützen. Weil das Becken hier noch im Dolomit liegt, sind die Ränder weich und mit Schilf bewachsen statt schroff — üppiges Grün, wo unten in der Schlucht die Kalkfelsen die Kulisse geben. Und weil die großen Wasserfälle weit weg sind, hat man hier seine Ruhe sogar vor der Natur. Vom Weg am Osthang sieht man über die ganze Länge des Sees nach Süden.

Ciginovac

Der See liegt merklich tiefer als der Proscansko und ist von ihm nur durch eine schmale Barriere getrennt; über sie kommt der Wasserfall herunter, der ihn speist, und den schönsten Blick darauf hat man von hier. Der Ertrunkene, von dem der Name erzählt, wollte Fische fangen — und er ist nicht der einzige in der Kette: vier der sechzehn Seen tragen den Namen eines Menschen, der in ihnen umgekommen sein soll. Kein Hauptweg führt an das Ufer; wer den See sehen will, nimmt den oberen Pfad. Ringsum steht Buchenwald, der im Herbst bis in das Wasser hinein leuchtet.

Okrugljak

Sein Name sagt es: der See ist fast kreisrund, ein Kessel im Wald, auf 613 Metern. Der Wasserfall über ihm heißt Labudovacki, nach den Schwänen, und er ist die größte Stufe der oberen Seen; weil das Wasser hier noch kalt und schnell ist, wächst der Kalktuff besonders zügig und die Schwelle schiebt sich Jahr für Jahr weiter vor. Hinter und unter dem Fall zieht sich ein Netz aus Höhlen durch den Fels, so dicht, dass die Einheimischen von einem Höhlenpark sprechen. Beides hat denselben Grund: was hier den Tuff aufbaut, höhlt anderswo den Stein aus.

Batinovac

Der Name kürzt eine Geschichte auf drei Wörter — wer die Großmutter war und wann sie ertrank, sagt keine Quelle. Der See selbst ist kaum mehr als eine Stufe in der Treppe zwischen dem Okrugljak und dem Veliko jezero. Genau das macht ihn lehrreich: an seinen Rändern sieht man, wie eine Barriere entsteht — Moose und Algen fangen den Kalk aus dem Wasser, verkrusten und wachsen weiter, bis eine Schwelle daraus wird. Der Steg führt so dicht daran vorbei, dass man die Schichten zählen kann.

Veliko jezero

Wer ihm den Namen gab, hatte nur die Nachbarn im Blick — unter den sechzehn Seen ist der „Große See" einer der mittleren. Sein Wasser kommt vom Batinovac und fällt am anderen Ende in das Malo jezero, das gleich darunter liegt. Beide zusammen bilden die Stelle, an der die Kette am engsten gestaffelt ist: zwischen zwei Seen liegen hier nur wenige Schritte.

Malo jezero

Der „Kleine See" hat seinen Namen nur im Paar mit dem Nachbarn darüber; getrennt sind die beiden allein durch eine niedrige Kalktuffschwelle. Bei hohem Wasser laufen sie fast zu einem zusammen, bei niedrigem steht die Schwelle als helle Kante dazwischen. Der Holzsteg kreuzt hier das Wasser, und weil es kaum Tiefe hat, blickt man bis auf den Grund.

Vir

Der Strudel, der dem See den Namen gab, sitzt dort, wo das Wasser hereinkommt. Er ist der kleinste der sechzehn — mehr eine Weitung des Laufs als ein eigenes Becken. Unterhalb setzt der Galovac an, und der Übergang dorthin ist eine der lebhaftesten Stellen im oberen Teil: das Wasser fällt nicht in einer Stufe, sondern in vielen kleinen zugleich.

Galovac

Ob es den Räuberhauptmann gab, der hier erschossen worden sein soll, weiß niemand — die Kette hält mehr Sagen fest als Urkunden. Sicher ist die Galovacki buk: sie stürzt in mehreren Strängen über eine breite, bewachsene Barriere und ist für den, der von unten heraufkommt, das erste große Bild des oberen Teils. Ringsum liegen mehrere kleine Becken, die nicht mitgezählt werden, aber dasselbe tun wie die großen.

Milinovo jezero

Auch dieser Name gehört einem Ertrunkenen, und diesmal ist er vollständig überliefert: Mile Miric. Der See ist flach, dicht bewachsen und im Sommer streckenweise grün von Wasserpflanzen. Er gehört zu einer Gruppe kleiner Becken, die zusammen den Übergang zum Gradinsko jezero bilden. Der Steg führt mitten hindurch, oft nur eine Handbreit über dem Wasser.

Gradinsko jezero

Eine Gradina ist ein befestigter Platz, und einer stand einmal am Ufer; über der Erde ist von ihm nichts geblieben, der Name hält ihn allein. Der See ist der letzte große vor dem Kozjak, lang gestreckt und an den Rändern von Schilf gesäumt. Dort brüten im Frühjahr Wasservögel, und die Stege sind an einigen Stellen bewusst vom Ufer weggeführt. Das Wasser fließt von ihm in die vielen kleinen Becken ab, die den Namen Burgeti tragen.

Buk

Der Name ist das Geräusch: buk heißt auf Kroatisch das Rauschen und den Wasserfall zugleich. Es ist kein einzelner See, sondern eine Kaskade kleiner Becken zwischen dem Gradinsko jezero und dem Kozjak, im Kroatischen die Burgeti. Das Wasser läuft hier nicht von Stufe zu Stufe, sondern fächert sich auf und findet in Dutzenden Rinnen seinen Weg. Es ist die Stelle, an der der Park am lautesten ist, und die Stege führen mitten hinein.

Kozjak

Auf 535 Metern gelegen, der tiefste See des Parks und der einzige, auf dem ein Boot fährt — ein elektrisches, denn Motoren haben hier nichts verloren. Die Ziegen, von denen der Name erzählt, weideten auf der Insel im See, dem Stefanijin otok, geschützt vor den Wölfen; andere Quellen erzählen es umgekehrt und lassen dreißig von ihnen ertrinken, als sie vor einem Wolf ins Wasser flohen. Die Insel ist die einzige der ganzen Kette. Der Kozjak trennt die oberen von den unteren Seen: was über seine Barriere geht, fällt in den Kalksteincanyon. Zwei Seen waren es einmal — die Barriere zwischen ihnen ist im Wasser versunken und heute nur noch als Untiefe zu erkennen.

Milanovac

Wer Milan war, sagt keine Quelle; der vierte Ertrunkene der Kette hat nur seinen Vornamen hinterlassen. Sein See ist der erste der unteren, und mit ihm wechselt alles: das Becken liegt nicht mehr im weichen Dolomit, sondern in einer Schlucht aus Kalkstein, die Wände stehen senkrecht und der Wald hört an der Kante auf. Das Wasser kommt über die große Barriere des Kozjak, die man von hier aus von unten sieht. Die Farbe schlägt oft ins Türkise um, weil der Grund heller ist als in den Seen darüber.

Gavanovac

Der Schatz des Gavan soll auf dem Grund liegen; heraufgeholt hat ihn nie jemand. Der See ist klein und liegt in der Schlucht gleich unter dem Milanovac. Von seinem Ufer führt der Weg zur Supljara, der „durchlöcherten" Höhle, durch die man von oben in die Schlucht hinuntersteigt. Weil die Wände hier eng stehen, liegt der See den halben Tag im Schatten — sein Wasser wirkt dunkler als das der Seen darüber.

Kaluderovac

Die Höhlen, in denen der Mönch gewohnt haben soll, liegen gleich oberhalb, und eine von ihnen ist vom Weg aus zu sehen. Der See ist der vorletzte der Kette, eingefasst von Felsen, mit einem der ruhigsten Ufer im unteren Teil. Das Wasser, das von ihm abfließt, bildet nach dem Veliki Slap die zweite große Stufe der Schlucht.

Novakovica brod

Dass zwei Geschichten um den Namen gehen, liegt am Wort: brod heißt heute Schiff, in alten Ortsnamen aber die Furt, die Stelle zum Übersetzen — beides passt hierher. Der See ist der letzte der sechzehn, auf 503 Metern und damit gut hundertdreißig Meter tiefer als der erste. Hier endet die Kette: gleich unterhalb fällt der Veliki Slap über achtundsiebzig Meter herab, der höchste Wasserfall Kroatiens, und aus dem Zusammenfluss wird die Korana. Wer vom Haupteingang kommt, steht zuerst hier — und sieht die Kette von ihrem Ende her.

Lage

44.87643° N, 15.60917° OKarte wird geladen …

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44.87643° N, 15.60917° O
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