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Nationalpark Plitvicer Seen

Geschichte zu Plitvice

Bevor die Region um die Plitvicer Seen zum Nationalpark ernannt wurden, war sie besiedelt und liegt auch heute noch an einer der Hauptverkehrsstraßen Dalmatiens. Somit ist für die Geschichte des Parks nicht nur die naturhistorische und die Gründungsgeschichte entscheidend, sondern auch die politische. In der Antike lebten nacheinander Illyrer, Römer, Ostgoten, Awaren und Kroaten an den fruchtbaren Hängen. Sowohl die schützenden Wälder als auch die unerschöpflichen Süßwasserquellen machten die Region besonders beliebt. Während dieser frühen Zeit wurden hier ganze Siedlungen und auch an den Ufern der Seen einige Kloster erbaut, von denen heute noch höchstens die Grundmauern erhalten sind. Viele von ihnen wurden während der osmanischen Feldzüge zerstört. 1493 fand in unmittelbarer Nähe des heutigen Parks die Schlacht statt, bei der die Türken den kroatischen Adel entscheidend schlagen konnten und ihre Eroberungszüge beschleunigen konnten. 1538 erklärte der Habsburger König Ferdinand die Zone zum militärischen Sondergebiet. Die Bevölkerung flüchtete gen Westen und die verlassene Region wiederum wurde durch Flüchtlinge aus Serbien neu besiedelt. Das stark umkämpfte Gebiet wurde mehrfach von den Türken erobert, bevor es 1788 - nun unter dem Beinamen "Garten des Teufels" - an die Habsburger zurückfiel. Durch die politisch unruhige Lage konnte sich allerdings die Natur unberührt von Urbanisierung und Landwirtschaft weitgehend frei entwickeln. So sind die permanenten Kämpfe und Schlachten ein Grund für die Schönheit, die sich heutigen Besuchern präsentiert. 1805, nachdem ein paar friedliche Jahre die Region stabilisiert hatten, griff Napoleon Bonaparte hier nach der Macht, musste sie aber 1814 wieder österreich überlassen. Ab dem Jahr 1850 lebten an dieser Militärgrenze keine Bauern, Hirten und Mönche mehr sondern ausschließlich Berufssoldaten, die das Reich der Habsburger gegen Eindringlinge abschirmen sollten. Zur selben Zeit erwachte aber innerhalb des österreichischen Verwaltungsgebiet das nationale Bewusstsein der Kroaten. Es kam zu Bürgerkriegähnlichen Tumulten und der Autonomiebefürworter Eugen Kvaternik wurde 1871 nördlich der Seen getötet. Kurz darauf entdeckte die Bevölkerung auch den Wert der Plitvicer Seen als Naturschönheit und Touristenattraktion. Während zuvor noch mehrere Seen zugeschüttet worden waren um mehr Landfläche zur Verfügung zu haben, wurden sie 1888 wieder hergerichtet und Pensionen für Durchreisende errichtet. Die Wanderwege auf denen man das Gebiet auch heute noch erkunden kann, wurden ebenfalls in dieser Zeit markiert. 1896 formierte sich die "Gesellschaft für die Erhaltung der Plitvicer Seen", die sich einerseits dem Erhalt und der Pflege der Seen verschrieb, andererseits das erste Hotel erbaute. 1916 wurde endlich ein Gesetz verabschiedet, das die Seen und die Landschaft um sie herum unter offiziellen Schutz stellte. Doch die Gründung des Nationalparks erfolgte erst später, 1949, als diese Maßnahmen drastisch verschärft wurden.

Internationale Berühmtheit erlangte der Park, als hier in den Jahren 1962 und 1968 die Dreharbeiten für Karl-May-Filme stattfanden und der Kaluderovac-See kurzerhand zum "Silbersee" umfunktioniert wurde. Vielleicht war auch das Mitglied der UNESCO, das vorschlug den Park zum Weltnaturerbe zu ernennen, ein Winnetou-Fan. Auf jeden Fall wurde der Vorschlag 1979 umgesetzt. Seither mehrt sich auch der Tourismus. Täglich gelangen Wanderer und Urlauber auf der gut ausgebauten Straße in den Nationalpark, genießen ein Mittagessen oder ein paar ruhige Tage in den komfortablen, modernen Hotels und erholen sich in der mittlerweile wieder fast unberührten Natur. Denn die Zeiten des Parks als Kriegsschauplatz waren nicht mit der Vertreibung der Türken vorüber: Ostern 1991 bekämpften sich Serben und Kroaten inmitten des Territoriums und läuteten mit dieser Schlacht den Kroatien-Krieg ein. Während des Krieges wurden auch zahlreiche Minen gelegt, die aber heute vollständig geräumt sind, so wie auch die zerstörten Hotels wieder mit Hilfe der UNESCO aufgebaut werden konnten. Nach den Aufräumarbeiten wurde der Park um weitere 10.000 Hektar vergrößert, so dass heute auch die unterirdischen Seen und Flüsse unter Naturschutz stehen.

Zur Zeit besuchen etwa 900.000 Menschen pro Jahr den Plitvicer Nationalpark - Tendenz steigend! Dies stellt natürlich den Naturschutz vor besonders große Aufgaben und daher werden Missachtungen von Regeln, die zum Schutz der Umwelt eingeführt wurden, streng geahndet. Doch wer nicht gerade seinen Müll im See versenken, mitten im Wald ein Lagerfeuer errichten oder sein Auto unter einem Wasserfall waschen möchte, wird hier eine entspannte, interessante und vor allem erholsame Zeit verbringen.