Porta Croatia - Urlaub in Kroatien

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Kroatien

Geschichte zu Kroatien

Erste Siedler und Konflikte

Als das Land, auf dem sich der heutige Staat Kroatien befindet, noch keinen Namen und kaum Einwohner hatte, zog es illyrische Stämme aus dem Norden an die Adria. Im 12. und 11. Jahrhundert vor Christus machten sich die Dalmater, Liburner, Istrer und Iapoden auf den Weg, eine neue Heimat zu findne und ließen sich in den Gegenden nieder, die auch Jahrtausende später noch nach ihnen heißen. Man trieb Handel mit den neuen Nachbarn in Griechenland, die daraufhin "Filialen" auf den kroatischen Inseln errichteten. Doch bald kam es zu Querelen, die erst dadurch beigelegt werden konnten, dass man sich gemeinsam gegen die römischen Truppen stellte. Ab 33 v.Chr. war das Land trotz aller Bemühungen unter dem Namen "Provincia Dalmatia" bekannt und wurde von Römern in Salona (Solin) regiert. Doch die Besatzung wandelte sich im Laufe der Zeit zu einer fruchtbaren Partnerschaft: Allein aus dem heutigen kroatischen Landesgebiet stammten sechs Caesaren Roms. Mit dem ebenfalls hier geborenen Kaiser Diokletian und seinem prachtvollen Alterswohnsitz verlagerte sich das politische Zentrum von Salona in das neu gegründete Split. Sie wurde Verwaltungsstadt, während die Hauptstadt nach wie vor eine weit entfernte Metropole war - wenn auch nach der Teilung des römischen Reiches eben nicht mehr Rom sondern Konstantinopel. Da Kroatien auf der Grenze zwischen Ost- und Weströmischem Reich lag, im Laufe der Zeit mal zu dem einen, mal zum anderen gehörte und die Reichsregierung sich nahe liegender Probleme annahm, war die Gegend relativ schlecht gesichert. Und so fiel es zu Beginn des 4. Jahrhunderts den Germanen - allen voran Alarich mit seinen Westgoten - leicht, plündernd und raubend durch den Balkan zu ziehen und eine Spur der Verwüstung zu hinterlassen. Die Anwohner fühlten sich nicht sicher und wanderten Scharenweise nach Rom oder Konstantinopel aus, die Germanen zogen weiter und hinterließen einen fast menschenleeren Landstrich.

Die Kroaten kommen

Als im 7. Jahrhundert die ersten Kroaten in die Gegend zwischen Adria und Donau kamen, waren zwar überall Relikte alter Kulturen zu finden, aber meist nur noch Ruinen davon hinterlassen worden. Einzig an der Küste hielten sich ein paar Dörfer wacker und boten auch den Neuankömmlingen die Möglichkeit zu siedeln. Die Slawen assimilierten sich schnell, übernahmen den christlichen Glauben, die lateinische Sprache und genossen die Annehmlichkeiten der Badehäuser, Aquädukte und der Infrastruktur - allerdings erst, nachdem sie vorsorglich alles zerstört und mühsam wieder aufgebaut hatten. Sie selbst brachten das Wissen um Viehzucht und Ackerbau, Jagd und Fischerei sowie die Schmiedekunst mit in ihre neue Heimat. Der lose Verbund nomadischer Familien, organisierte sich, als sie hier sesshaft wurden, zu einem Clan mit hierarchischer Gesellschaftsstruktur und unterteilte sich selbst in Slowenen, Kroaten, Karanaten und Serben. Während dessen nahm das Land Kroatien eine heikle Rolle in dem Balanceakt zwischen den Großmächten Konstantinopel und Venedig ein: Einerseits wollte das Oströmische Reich natürlich seinen Zugang zur Adria und überhaupt das eroberte Land nicht verlieren - andererseits stand die kroatische Flotte aber in direkter Konkurrenz zu Venedig, das man als Verbündeten zu gewinnen versuchte. Also wurde Kroatien, obwohl seine eigentliche Hauptsstadt bis ins Hochmittelalter hinein Konstantinopel war, wie autonom behandelt: Nur so konnte Venedig mit Byzanz gemeinsame Sache machen und gleichzeitig seine Provinz Dalmatien bekriegen. Und so präsentierte sich Venedig als "Adria-Polizei". Es war der Serenissima übertragen, die Piraterie vor den Küsten des Balkans zu bekämpfen und Venedig erreichte dieses Ziel, indem es kurzerhand die Küstenstreifen und Inseln eroberte. Das Hinterland interessierte wenig. Von dort versuchte um das Millennium das Bulgarische Reich die Gebiete der Serben und Bosnier unter seine Hoheit zu zwingen. Die Slawen verbündeten sich mit dem kroatischen König Tomislav und gemeinsam gelang es ihnen, den Bulgaren ihre Grenzen aufzuweisen. Überhaupt sind Tomislavs Verdienste kaum hoch genug einzuschätzen: Er war es, der mit seiner Ernennung zum König im Jahr 925 den kroatischen Staat ausrief - der sogar vom Vatikan als solcher anerkannt wurde, er schaffte es, sich sowohl mit Rom, Konstantinopel und Ungarn als auch Frankreich und Venedig gut zu stellen und einte die Siedler der Pannonischen Ebene, Dalmatiens und des dinarischen Gebirges zu einer Nation: Den Kroaten.

Es lebe der König - der König ist tot

Da Kroatien vom Papst als eigenständiges Land anerkannt war, fügten sich auch die anderen Länder des Römischen Reiches in diese Weltsicht. Das neue Kroatien hatte also keinerlei Repressionen von seiner ehemaligen Regierungshoheit Ostrom zu befürchten und konnte sich ganz auf die eigene Politik konzentrieren. Die Nachkommen des ersten Königs sollten automatisch den Thron erben, andere Familien wurden zu Fürstenhäusern und Grafschaften gemacht. Diese Einteilung in "Zupanija", die das politische System des heutigen Kroatiens noch immer bestimmen, erinnern nicht zufällig an die deutschen Bundesländer: Von den Franken schaute man sich das Prinzip der Lehnsherrenschaft ab, benannte die kroatischen Fürsten sogar mit einem Titel, der vom Namen Karls des Großen abgeleitet wurde: "kralj". Gute politische und Handelsbeziehungen trugen zum Aufschwung des jungen Staates bei: Aus dem Osten erfuhr man die neusten Moden in Kunst, Schmuckherstellung und Architektur, der Westen lieferte dem Adel qualitativ hochwertige Waffen - ohne dass ein nahender Krieg dies notwendig gemacht hätte. Doch bereits zwei Jahrhunderte nach Staatsgründung, 1102, gingen dem jungen Königshaus die Nachfolger aus und der Adel beschloss in Ermangelung einer eigenen Königsfamilie, die der Ungarn auch als ihre Herrscher zu akzeptieren. Fortan und fast ununterbrochen bis zum ersten Weltkrieg gehörte Kroatien zum Königreich Ungarn.

Jahrhunderte ohne Dalmatien

Offiziell kaufte Venedig den Landstreifen Dalmatien zwar erst im Jahr 1409, doch schon zuvor kann man es kaum der ungarischen Krone zugehörig sehen. Zunächst weigerten sich einige dalmatische Adelige, die Entscheidungen aus Ungarn umzusetzen und etablierten sich als Machthaber im eigenen Land. Dann nutzte Venedig geschickt die ohnehin durch die Region ziehenden Kreuzzüge und eroberte in diesen Jahren mehr und mehr der dalmatischen Küste bis es im Mittelmeer 1212 keine Macht mehr gab, die sich mit dem Dogenstaat hätte messen können. Venedigs Flotte nutzte ihr Handelsmonopol und machte das Westliche Kroatien zum Umschlagplatz für Pelze und Schmucke, Sklaven, Gold und Silber. Zunächst fanden die Luxusgüter beim kroatischen Adel reißenden Absatz - doch da ihnen und ihren Landsleuten der Handel untersagt war, konnte sich bald kaum noch Jemand die importierten Warne leisten. Nur im Binnenland, unter ungarischer Herrschaft kam eine eigene Wirtschaft auf: Handwerker organisierten sich zu Zünften, ein reger Austausch zwischen den einzelnen Städten war zu Jedermanns Vorteil und die Region hätte einem goldenen Zeitalter entgegengeblickt, wäre es nicht von den Türken überrannt worden. Doch als im 16. Jahrhundert das osmanische Heer mit unerwarteter Kraft und Geschwindigkeit über Kroatien gen Westen strebte, zeigte sich, dass Venedig nicht bereit war, seine Provinz in Dalmatien aufzugeben. Obwohl der Höhepunkt der Macht für die Serenissima bereits auf das 14. Jahrhundert datiert wird, war sie noch immer kräftig genug um mit Hilfe der Dalmatiner die Eindringlinge zu schlagen und zurück zu drängen. So blieb Dalmatien ein Teil Venedigs, bis es 1797 an Napoleon übergeben werden musste.

Unter Türken

Ende des 15. Jahrhunderts erobern die türkischen Truppen die Gebiete um Senj und Bihac, dem heutigen Bosnien. Die beiden mächtigsten Fürstenfamilien Kroatiens, die Frankopan und die Zrinski sehen sich in ihrer Macht massiv beschnitten und versuchen vergeblich den Osmanen die Stirn zu bieten. Da die Bauern der Fürstentümer nun ganz mit der Verteidigung ihres Hab und Guts beschäftigt sind, fehlt es den Herren an nötigen Einnahmen. So kann weder ausreichend Proviant noch Motivation nachgekauft werden und den Türken ist es ein leichtes, mit etwas Geduld aus der Belagerung eine Eroberung zu machen. Da der lokale Adel sein Volk nicht mehr schützen konnte, griffen die Habsburger ein und enteigneten die Frankopanen: Ihre Burgen und Wallanlagen wurden als neue "Militärgrenze" umfunktioniert und von der österreichischen Armee in Beschlag genommen. Gegen Ende des türkischen Eroberungszuges blieben der einstmals so reichen Familie gerade mal ein paar Bauten in Ribnik, Novigrad und Vinodol - aber immerhin gelang es ab Ende des 17. Jahrhunderts zunehmend regelmäßig die Angreifer in die Flucht zu schlagen und den Menschen ihre alte Heimat zurück zu geben. Das betraf vor allem die Flüchtlingsfamilien aus Bosnien, die zu diesem Zeitpunkt schon seit mehreren Generationen schutzsuchend in den West-Kroatischen Orten unterkommen mussten. Diese lebten vor allem in den Burgen der Familie Zrinski, die im Gegensatz zu den Frankopanen früh erkannt hatte, dass sie ihren Besitz nur halten können, wenn der auch bevölkert ist. Und so dienten die geflohenen Slawen und Bosnier in Ozalj, Karlovac, zwischen Rijeka und Bakar und im Medimurje ihren neuen Herren, die eben dadurch schnell zur reichsten Familie Kroatiens aufstiegen. In den 1660er Jahren verbündeten sich die einflussreichen Frankopan und die wohlhabenden Zrinski zu einer Allianz gegen die Habsburger. Die Bedrohung durch die Türken ständig unmittelbar vor der Tür konnten sie den Entschluss König Leopolds I. nicht gut heißen, um jeden Preis einen Waffenstillstand zu erwirken. Sie wollten die Türken vertreiben und fühlten sich durch die Zustimmung des Österreichischen Königs, Ungarn zu teilen, verraten. Allerdings fürchteten sich die Verschwörer vor der Macht Wiens und gingen so eifrig in Europa auf Suche nach Schutzmächten und Verbündeten, dass ihr Plan bei Leopold I. bekannt wurde, noch ehe sie ihn ausführen konnten. Leopold schickte seine Truppen nach Cakovc, dem Hauptsitz der Zrinski, und ließ die Stadt komplett zerstören. Was die Türken nicht geschafft hatten, erledigten die Österreicher nun selbst. Zusätzlich nahmen die die Oberhäupter der Zrinski und Frankopan gefangen um sie publikumswirksam in Wien zu exekutieren. Die übrigen Adelsmitglieder wurden systematisch verfolgt, aufgespürt und ebenfalls hingerichtet. So hatte Kroatien auch keinen Vertreter eigener Interessen als es 1699 zu den Friedensverhandlungen in Karlowitz kam. Die Habsburger hatten in den Turbulenten Jahren das ungarische Königshaus vereinnahmt und somit auch die Herrschaft über Kroatien inne. Um sich mit Venedig einvernehmlich zu einigen, war es nötig, die eigentlich kroatischen Städte Knin, Sinj und Vrlika abzutreten und die Grenzen Kroatiens anhand der Flüsse Save und Una und an der Adria außerhalb Zadars zu ziehen. Östlich davon begann nun offiziell das osmanische Reich und weder Österreicher noch Venezianer sahen sich akut genug bedroht, um dafür zu sorgen, dass die Bosnier ihre Heimatgebiete zurück bekommen hätten.

Die Ära Österreich

Derweil hatten die Kroaten aus früheren missglückten Verschwörungen gelernt und versuchten nun ihre Unabhängigkeit mehr durch Zuckerbrot als durch die Peitsche zu determinieren: Als die Habsburger die Krone in Ermangelung eines männlichen Nachfahren an Maria Theresia übergeben wollte und bei den Ungarn damit auch Widerwillen stieß, verabschiedete der kroatische Landtag kurzerhand ein Gesetz, nach dem auch weibliche Thronfolger legitim sind. Dieser geschickte Schachzug sicherte die Sympathie Österreichs und grenzte den eigentlich nicht vorhandenen Staat Kroatien von seinem ehemaligen Mutterland Ungarn ab. Auch optisch näherte sich das Land seiner Beschützerin Wien immer mehr an: Während zuvor die architektonisch relevanten Bauwerke durchweg Adelspaläste und Wehranlagen gewesen waren, errichtete man nun Theater, repräsentative Stadtviertel mit breiten Straßen und baute ganz nebenbei auch eine neue intellektuelle Elite und ein Nationalbewusstsein, das sich nicht mehr nur aus der Abgrenzung gegenüber anderen speist, auf. Dazu mag beigetragen haben, dass die Österreicher und Ungarn den Adriatourismus entdeckten und auf einmal die Herrscher in "ihrem" Land nur noch Saisongäste waren. Und als die Ungarn versuchten, die kroatische Kultur so sehr zu unterdrücken, dass ungarisch Schul- und Amtssprache werden sollte, riefen die Dichter und Revolutionäre zwischen Dubrovnik und Zadar 1830 den "Illyrischen Frühling" aus: Autonomität unter dem Ungarisch-Kroatischen Zusammenschluss, mehr Bibliotheken und Theater sowie der stokawische Dialekt als offizielle Landessprache waren einige der Ziele. Nachdem einige der Forderungen erfüllt worden waren, versuchten die Serben auf dem selben Weg einen eigenen Staat, unabhängig von Kroatien durchzusetzen. Dass sie dabei auch Dalmatien beanspruchten, stieß bei den Kroaten auf heftige Ablehnung. Zusätzlich wurde die Situation dadurch verschärft, dass sich Österreich aus der Regierung Kroatiens weitestgehend zurückzog und den Ungarn diese Aufgaben überließ: Angesichts der in der Geschichte immer wieder aufgekommenen Schwierigkeiten mit Ungarn ein Schlag ins Gesicht der Kroaten. Bevor die Frage, ob und wie Kroatien oder Serbien und Kroatien unabhängig werden und welche Regionen welchem Land zugeordnet werden können, gelöst werden konnte, erschoss ein serbischer Nationalist und Unabhängigkeitskämpfer den Thronfolger Österreichs. Die angespannte Lage in der Region führte dazu, dass dieses Attentat den ersten Weltkrieg auslöste - in dem Kroatien den Ländern zur Seite stand, von denen es sich eigentlich lossagen wollte.

Entstehung und Ende Jugoslawiens

Der Kriegsverlierer Kroatien muss sich in das Königreich der Slowenen, Kroaten und Serben eingliedern, die serbischen Könige als Herrscher anerkennen und die Unabhängigkeitspläne zunächst auf Eis legen. So sahen einige Kroaten in dem Einmarsch deutscher und italienischer Truppen 1941 ihre Chance, sich von dem Rest des Königreichs zu lösen. Man kooperierte mehr mit den neuen Besatzern, als eigentlich moralisch vertretbar war und Ante Pavelic wurde Staatsoberhaupt. Er ließ Juden und Serben systematisch verfolgen und ermorden, lieferte sich bittere Bürgerkriege mit den kommunistischen Partisanengruppen um Tito und setzte regierte sein Land unbarmherzig und brutal. 1945, im Jahr des politischen Umschwungs, wurde Tito von der Untergrund-Ikone zum Staatsoberhaupt. Er rief die Volksrepublik Jugoslawien aus, die auch Zadar, Rijeka, Istrien und das Umland von Triest und Görz umfasste. Der Staat, der nach dem Vorbild des großen Bruders UDSSR konzipiert worden war, löste sich schon 1948 von dem Sowjetischen Block und zelebrierte seine Unabhängigkeit unter anderem durch mehrfache Konferenzen der Blockfreien Staaten. Dass man in dieser Sonderposition auch auf wirtschaftliche Hilfe aus den USA vertrauen konnte, machte diesen Schritt noch verlockender und leichter. Außerdem entdeckte Kroatien die lukrative Geldquelle Tourismus wieder. Die dogmatischen Regeln des Kommunismus wurden zwischenzeitlich gelockert, im "kroatischen Frühling" 1971 jedoch wieder verschärft. Nach Titos Tod 1980 bis zum Fall der Berliner Mauer 1989 schwelte die Frage nach einem eigenständigen kroatischen Staat wieder auf. 1991 stimmten auf einem Volksentscheid imposante 93,2% der Kroaten für ihre Unabhängigkeit von Belgrad. Federführend war hier vor allem der Vorsitzende der kroatisch-nationalistischen Partei Franjo Tudman, der auch Präsident des neuen Staates wurde. Während seiner Amtszeit starben 12000 Serben und Kroaten im Jugoslawienkrieg, der die Gründung eines serbischen Staates unterdrücken bzw. Kroatien zurück in den Jugoslawischen Staat drängen sollte. 1998 wurde der Krieg auf Druck der UNO mit dem Kompromiss der Rückgabe Ostslawoniens an Kroatien beendet.

Das heutige Kroatien

Trotz des lange erwünschten Friedens fühlten sich die Kroaten 1999 in einer Krise: Wirtschaft und internationale Beziehungen waren lädiert, ganze Städte zerstört, viele Familien hatten ihren Ernährer verloren und vor allem war klar, dass die einstmals für gut befundene Politik auf breiter Linie enttäuscht und versagt hatte. Man hatte der kroatisch-nationalistischen Partei lange genug die Treue gehalten und das Volk entschloss sich bei den Wahlen für einen Regierungswechsel: Ivan Racan und sein Stab sollten Kroatien in eine bessere Zukunft führen. Dazu beschlossen sie unter anderem eine Öffnung des Marktes, Steuerreformen und soziale und wirtschaftliche Unterstützung für zurückkehrende Flüchtlinge. Dem großen Ziel, irgendwann in die EU aufgenommen zu werden, kam man ab 2000 durch gute Zusammenarbeit mit Den Haag und der Auslieferung von Kriegsverbrechern sowie den besser werdenden Beziehungen zum ehemaligen Feind Serbien deutlich näher. Und obwohl das Leben in Kroatien besser geworden ist, ist es keinesfalls mit dem Mitteleuropas zu vergleichen: Der durchschnittliche Jahresverdienst liegt bei etwa einem sechstel Deutschlands, hohe Arbeitslosigkeit und die noch immer nicht abgeschlossenen Aufräum- und Rücksiedlungsarbeiten belasten Land und Leute enorm. Auch der neue Präsident Stipe Mesic tut sein bestes, um Kroatien für die Welt (vor allem die westliche) zu öffnen und gilt bei vielen Kroaten als der Mann, der Kroatien zum gleichberechtigten Mitglied der Europäischen Union machen wird.